Finanzministerium kürzt Förderung für Partnergemeinden - jetzt neues Konzept für Landessüden
Eisenstadt, 20. Februar 2012. - Das Projekt "Discobus" hat 2011 das bisher erfolgreichste Jahr in seiner 15jährigen Geschichte geschafft: Mit rund 60.000 Fahrgästen und einer Netzausweitung in den Bezirk Jennersdorf bestätigten die Discobusse ihre Position als größte Verkehrssicherinitiative für junge BurgenländerInnen. "Die Discobusse sind eine Lebensversicherung für junge Menschen, die seit 2011 erstmals flächendeckend im gesamten Burgenland günstig und unfallfrei jeden Samstag ins Wochenendvergnügen fahren können. Auch bei zahlreichen Großveranstaltungen wie dem Novarock oder in der Ball- und Partysaison haben sich die Discobusse als Mobilitätspartner bewährt?, zeigt sich Landeshauptmann Hans Niessl - vor 15 Jahren "Gründungsvater" des Projektes, das in Frauenkirchen gestartet wurde - mit der Entwicklung zufrieden. Einen Rückschlag stellt jetzt die drastische Kürzung der Förderungen für die Partnergemeinden um bis zu 60 Prozent durch das Finanzministerium dar. "Hier wird eindeutig am falschen Platz gespart - bei der Verkehrssicherheit junger Menschen. Die Fördermittel für den Discobus sind gut und sinnvoll investiertes Geld, weil sie Jugendliche von Fahrten mit dem Privat-PKW abhalten und Menschenleben schützen", bedauert Discobus-Obmann Christian Illedits diese Entscheidung. Mit einer gemeinsamen Petition, die möglichst von allen 118 Partnergemeinden getragen werden soll, wollen die Verantwortlichen nun das Finanzministerium für die Folgejahre von einer Erhöhung der Fördersätze überzeugen. Außerdem wird ein neues Konzept für das Südburgenland erarbeitet.
"Hauptverantwortlich für den flächendeckenden Erfolg der Discobusse sind die 118 Partnergemeinden, die als Hauptträger für die Projektkosten aufkommen. Da in den nördlichen und mittelburgenländischen Bezirken nahezu alle Gemeinden als Partner auftreten, fallen relativ geringe Kostenbeiträge an", so Vereins-Obmann Christian Illedits. Um die Gemeinden weiter zu entlasten, wurde in den letzten Jahren über das Finanzausgleichgesetz eine zusätzliche Fördermöglichkeit gefunden: Das Finanzministerium refundierte rund 70 Prozent der Kosten an die Gemeinden. "Durch diesen positiven finanziellen Anreiz haben sich für die Erweiterung in das Südburgenland neue Türen geöffnet: Wir haben unser Netz erfolgreich in die Bezirke Oberwart und Güssing ausgeweitet und sogar einen Probebetrieb im Bezirk Jennersdorf installieren können", so Discobus-Obmann Illedits.
Die jetzt erfolgte Kürzung stelle eine Herausforderung dar. Man wolle den bisherigen Ausbaustand aber "halten" und weiter flächendeckend, auch im Südburgenland, Discobusse anbieten. "Wir haben im Landessüden ein weiträumigeres Netz mit fünf Bussen, das aber von weniger Partnergemeinden getragen wird. Daher sind dort die Kosten für die einzelnen Gemeinden höher. Wir werden uns jetzt mit Experten und der Firma Südburg als unserem Verkehrspartner an einen Tisch setzen, um ein neues Konzept für das Südburgenland zu erarbeiten. Ziel ist, den jungen Menschen weiter günstige Mobilität und eine sichere Alternative zum Privat-PKW anzubieten", kündigt Illedits an.
Von Landeshauptmann Hans Niessl kommt volle Unterstützung: "Die Discobusse retten Leben und ermöglichen unserer Jugend günstige Mobilität am Wochenende. 20 Discobusse, betrieben vom Postbus im Nord- und Mittelburgenland bzw. Südburg in den Bezirken Oberwart und Güssing, sorgen insgesamt seit mehr als 15 Jahren für unfallfreie Fahrten. Auch der Verkehrsclub Österreich bestätigt, dass durch den Einsatz von Discobussen Verkehrsunfälle mit Beteiligung Jugendlicher deutlich zurückgegangen sind. Ich bin stolz darauf in welche Richtung sich das Projekt Discobus entwickelt hat!"
Der Vereinsvorstand rund um den Discobus-Präsidenten und Landtagspräsidenten Christian Illedits traf einander in Stegersbach zur Arbeitsklausur, um die Schwerpunkte des Jahres festzulegen. Im Mittelpunkt standen der Ausbau der Discobus Card und die Setzung eines Freizeitangebotes. Highlights für das Jahr 2018 sind unter anderem das „Bus-Pulling“, bei dem ein Linienbus mit ca. 9 Tonnen möglichst schnell ins Ziel gezogen wird, sowie eine groß angelegte Bädertour, bei der Eltern und Jugendliche über Sicherheitsaspekt des Discobusses informiert werden.